Füllungen und Materialien

Wir verwenden als Füllungsmaterialien grundsätzlich nur Glasionomerzement oder Kunststoff. Nach der ausführlichen Aufklärung und Beratung durch die Zahnärztin, entscheiden Sie als Eltern, welches Material bei ihrem Kind eingesetzt werden soll.

Wird im Gebiss Ihres Kindes eine kariöse Stelle festgestellt, muss diese entfernt und mit einer Füllung versorgt werden. Belässt man den kariösen Defekt, breiten sich die Kariesbakterien immer weiter aus. Das Loch im Zahn wird mit der Zeit immer tiefer und es besteht die Gefahr, dass die Karies auf weitere Zähne – auch Bleibende – übertragen wird. Wir verwenden als Füllungsmaterialien Kunststoff und Glasionomerzement. Da die großen Milchbackenzähne in der Regel bis zum 12 . und die kleinen bis zum 10. Lebensjahr im Mund verweilen, ist es je nach Alter des Kindes oftmals sinnvoll, das hochwertigere Füllungsmaterial zu verwenden. Nach eingehender Beratung durch Ihre Kinderzahnärztin entscheiden Sie, mit welchem Material das Loch im Zahn Ihres Kindes gefüllt werden soll.

Zement-Füllung
• hellgelbe Farbe
• weicher als Kunststoff, daher höherer Verschleiß , Verweildauer 2 Jahre
• Kosten werden vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen Kunststofffüllung
• Zahnfarben
• die Füllung wird durch verschiedene Haftvermittler in den Zahn “geklebt”, sie ist dadurch stabiler und haltbarer
• maximale Schonung der natürlichen Zahnhartsubstanz durch Klebetechnik
• Kosten werden anteilig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen

Nerv-Behandlung und Milchzahnkrone
Da die Karies im relativ weichen Milchzahn rasch voranschreitet, ist bald der Nerv erreicht, was sich oft in Schmerzen bemerkbar macht.
Durch eine „Nerv-Behandlung“ wird es möglich, auch einen Milchzahn für noch einen begrenzten Zeitraum im Mund zu erhalten. Dies ist wünschenswert, weil die Milchbackenzähne als Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne dienen.
Bei dieser Nerv-Behandlung wird nach der Karies auch der obere Anteil des Zahnnerven (Kronenpulpa) entfernt. Der verbleibende Nerv in den Wurzeln wird mit einem Medikament abgedeckt und bleibt vital.
Dieses Verfahren nennt man Pulpotomie.
Nach einer Pulpotomie müssen die Milchbackenzähne aufgrund des hohen Zahnhartsubstanzverlustes oft mit einer konfektionierten
Milchzahnkrone versorgt werden.

Zementfüllung (Glasionomerzement)

• entspricht nicht der natürlichen Zahnfarbe

• kann Wasser aufnehmen, was zu Rissen in der Füllung führen kann
• nicht ausreichend kaustabil
• wird als provisorisches Füllungsmaterial verwendet
(Mundverweildauer unter 2 Jahre)
gute Bioverträglichkeit
gesetzliche Krankenkasse übernimmt sämtliche Kosten

Kunststofffüllung (Komposit)

• ausgezeichnete Ästhetik

• angepasst an die natürliche Zahnfarbe
• gute Haltbarkeit
• dauerhafte Kaustabilität
• maximale Schonung der natürlichen Zahnhartsubstanz, ermöglicht durch die Klebetechnik
• gute Bioverträglichkeit
• gesetzliche Krankenkasse übernimmt nicht die Gesamtkosten

Milchzähne weisen ein sehr ausgedehntes Pulpacavum ( Nervhöhle) auf und haben zudem einen dünneren Schmelzmantel als bleibende Zähne. Durch Karies kann sich daher besonders der Milchzahnnerv schnell entzünden, selbst wenn das Loch von außen noch klein aussieht.

Ist bei Zähnen mit tiefer Karies auch der Nerv betroffen, bedarf es einer Nervbehandlung. In den meisten Fällen muss der erkrankte Teil des Nervs entfernt werden. Unzureichende oder falsche Behandlung (z.B. Belassen oder Aufbohren des Zahnes) kann zu längerfristigen gesundheitlichen Schäden führen.